Seht, ich mache alles neu!
Zum 8. Mal Treffpunkt•Gott in unserer Gemeinde
„Bunt!“, so lautete eine Antwort der Kinder, die sich in
ihrem Workshop mit der Frage beschäftigt hatten, wie die Kirche in Zukunft
aussehen könnte. Aber auch „alte und junge Leute feiern gemeinsam“ war da an
der Pinnwand zu lesen, „die Lieder sollten rhythmischer sein“ und „Frauen
sollten Rechte haben“. Das zeugt von der großen Ernsthaftigkeit, mit der die Acht- bis Dreizehnjährigen in das Thema eingestiegen waren.
Die ganz Kleinen hatten eine Kirche aus Bauklötzen gebaut
und Kirchenglocken gebastelt, nebenan wurde die Zukunft der Kirche gemalt oder
- noch einen Raum weiter - auf einer Traumreise entdeckt. Mit E-Gitarren, Bass
und Cajon wurden „Lieder zwischen Himmel und Erde“ von Jugendlichen
einstudiert, während über den Flur hinweg Männer nach ihrem Platz in der
zukünftigen Kirche suchten und vor allem auf das Stichwort „Gerechtigkeit“
stießen. Auch in der Heilig-Geist-Kirche selbst waren dieses Mal Workshop-Teilnehmer
unterwegs: die einen erforschten die versteckteren Ecken und Winkel, den
Orgelboden und den Glockenturm; die anderen versuchten, mit einem neuen Blick
auf die alten Mauern zu schauen, in der Hosentasche den vorher geschrieben „Spickzettel“
mit der Frage nach dem Bild der idealen Kirche.
Vorher hatten sich die ca. 140 Teilnehmer des Treffpunkt•Gott
am wieder reichlich und vielfältig bestückten Mitbring-Buffet gestärkt und
waren bereits miteinander ins Gespräch gekommen. Gäste waren aus Neustadt am
Rübenberge und sogar aus dem Kreis Unna angereist - sie hatten auf dem
ökumenischen Kongress Kirche2 im Februar dieses Jahres von Treffpunkt•Gott
erfahren und waren neugierig auf das Sarstedter Experiment geworden.
Die Musikgruppe Triolé begleitete Lieder, die in das Thema
einführten: „Gott braucht weder Dach noch Wände, gibt uns Raum, ist frischer
Wind - weil wir lebendige Steine sind.“ Im
daran anschließenden Impuls erlebten die Teilnehmer Pfarrer Volkwein als
Propheten Johannes, der von seiner Vision des himmlischen Jerusalem erzählte. Glanz
sah er in dieser zukünftigen Stadt, geöffnete Tore - und keinen Tempel, sondern Gott selbst, der direkt bei
den Menschen wohnt.
Auch im abschließenden Gottesdienst stand dieses biblische Bild
im Mittelpunkt. Und der „Altar“, der Tisch mit dem Evangeliar, war auch bei
diesem Gottesdienst nun von der Bühne herunter in die Mitte aller versammelten
Teilnehmer gerückt. So entsteht bei Treffpunkt•Gott schon ein wenig die Kirche
der Zukunft: es gibt kein „vorn“ und „hinten“, kein „oben“ und „unten“, sondern
das Wort Gottes in der Mitte, um das sich Kinder, Jugendliche, Männer und
Frauen versammeln. Ganz bunt!